Pfahlbau-Route Info-Stop Konstanzer Bucht
Die Pfahlbau-Route „Überlinger See“ verbindet fünf Welterbestätten und alle weitere dokumentierten Fundstätten aus der Pfahlbauzeit zu einem Erlebnis. Der Info-Stop Konstanzer Bucht bietet per QR-Code alle relevanten Infos zur Pfahlbauzeit vor Ort.
UNESCO Pfahlbau Welterbe-Fundstätte Konstanz-Hinterhausen
Altershinweis: 3911 - 3910 v.Chr., 3891 v.Chr., 3877 v.Chr.
Die UNESCO Welterbe-Fundstätte Konstanz-Hinterhausen gehört zu einer ganzen Gruppe von Siedlungen, die den Rheinübergang vom Bodensee in den Seerhein bzw. den Untersee kontrollierten. In Luftbildern sind zahlreiche Pfahlstrukturen und Hausgrundrisse sichtbar. Die aus der Luft erkennbare Ausdehnung der Fundstätte und die Funde vor Ort deuten auf eine längere Siedlungsgeschichte hin. Von besonderer Bedeutung sind einzelne Funde, die auf Kontakt mit Bewohnern in Oberschwaben hinweisen. Forschungstaucher haben in der Fundstätte das bislang älteste Haus auf Konstanzer Boden entdeckt. Es wurde vermessen mit einer Breite von drei Metern und einer Länge von acht Metern. Untersuchungen ergaben, dass es im Jahre 3910 vor Christus erbaut wurde. Damit gehört es zu den ältesten steinzeitlichen Gebäuden am Bodensee.
Fundstätte Konstanz Dominikaner-Insel
Altershinweis: 1300 - 800 v.Chr.
Die Fundstätte wurde 1890 an der Stelle des so genannten „Schwanenteiches" entdeckt. In älteren Dokumenten werden Pfähle, Steinbeile und rohe Tongefäße als Funde aus der Pfahlbauzeit erwähnt. Im Rosgartenmuseum in Konstanz befinden sich einige Scherben von der Fundstätte. Die Anlage war bislang im Gelände nicht wieder aufzufinden.
Fundstätte Konstanz Frauenpfahl
Altershinweis: 1023 v.Chr., 975 v.Chr., 959 - 954 v.Chr., 934 - 927 v.Chr.
Die Fundstätte befindet sich im Konstanzer Trichter auf einer größeren Untiefe am so genannten Frauenpfahl. Sie wurde 1882 entdeckt, konnte damals aufgrund ihrer tiefen Lage im Wasser jedoch nur schwierig erreicht werden. In neuerer Zeit wurde die Fundstätte dann gründlicher erforscht. Aus der Anordnung von Holzpfählen konnte man erkennen, dass Pfahlbauhäuser parallel zum Ufer standen. Aus den Funden konnte man Rückschlüsse auf Besiedlungen in verschiedenen Zeitperioden ziehen. Die Fundstätte steht offensichtlich in Zusammenhang mit den Fundstätten Konstanz-Rauenegg und Konstanz-Dominikanerinsel in direkter Nachbarschaft, die zur selben Zeit besiedelt waren.
Fundstätte Konstanz Hafenstraße
Altershinweis: 3150 v.Chr., 2499 - 2400 v.Chr.
Die Fundstätte lag ursprünglich am Bodenseeufer. Heute befindet sich die Fundstelle mehrere hundert Meter vom See entfernt über 395 m NHN bemerkenswert hoch. Die Fundstätte wurde im Zuge von Bauarbeiten für ein Einkaufszentrum entdeckt. Es wurden Teile eines Pfahlfeldes und verstreute Funde entdeckt, darunter z.B. Steinbeilklingen aus Gletschergestein, dessen Herkunft aus dem Piz Platta Massiv in Graubünden festgestellt werden konnte. Die Anordnung der Pfähle wurde dokumentiert und zeigt regelmäßige Strukturen, die sich teilweise überlagern, also eine mehrfache Besiedlung zu verschiedenen Zeiten vermuten lassen. Durch den breiten Streifen des heutigen Bahnhofgeländes zwischen Fundstätte und Seeufer lassen sich direkte Zusammenhänge mit den benachbarten Fundstätten nicht mehr herstellen.
Fundstätte Konstanz Rauenegg
Altershinweis: 1054 v.Chr.
Die Fundstätte liegt am südlichen Rand der Altstadt von Konstanz im Hafenbereich, zum Teil unter den Auffüllungen vor „Klein Venedig“ und zieht sich bis über die Schweizer Grenze hinaus. Eugen von Tröltsch entdeckte den Fundplatz bei Bauarbeiten im Konstanzer Hafen. Im Schutz von Spundwänden konnten Tröltsch und Ludwig Leiner quasi unterhalb der Wasserlinie die Pfahlbau-Siedlung untersuchen. Der durch einen Sturm verursachte Einsturz der Spundwände beendete vorzeitig das Unterfangen. Neben einem größeren Pfahlfeld konnte eine etwa 30cm mächtige Siedlungsschicht mit umfangreichen Funden festgestellt werden.