Cornelia Simon-Bach. 1941-2018. In den Träumen wohnen

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2018 starb, von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, in Wien eine Künstlerin, die 1941 in Konstanz das Licht der Welt erblickt hatte. Cornelia Bach, die als Kind mit ihrer Familie durch die französischen Besatzer aus ihrer Wohnung vertrieben wurde und das Aufwachsen bei einer Bekannten, getrennt von Eltern und Bruder, als verstörenden Eingriff erlebte, fand als Autodidaktin zur Kunst: Nach dem Abitur am Ellenrieder-Gymnasium begann sie 1961 in Wien eine Ausbildung für Bühnenbildnerei. Die Welt des Theaters, der Literatur und der Musik – sie selbst spielte Geige – , aber auch die Begegnung mit den Bildern der Wiener Schule der Phantastischen Realisten sowie ihre Besuche im Kunsthistorischen und dem Naturhistorischen Museum hinterließen bleibende Eindrücke. Nach Konstanz zurückgekehrt, besuchte sie die 1962 von Paul Dietrich gegründete Bodensee Kunstschule. 1964 heiratete Bach den aus Wien stammenden Graphiker Manfred Simon, mit dem sie sich in Zürich niederließ. Ihre Bilder zeigte sie erstmals 1968 in einer Atelierausstellung. 1969 folgten Präsentationen im Kunstverein Konstanz und in Würzburg. In den 1970er-Jahren nahm sie an zahlreichen Ausstellungen in der Schweiz, Holland und Belgien teil.

Was sich auf den ersten Blick wie eine Erfolgsgeschichte liest, war bei näherer Betrachtung jedoch zeitlebens ein von großen Selbstzweifeln und Schaffenskrisen begleiteter Prozess. Cornelia Simon-Bachs naiv-surrealen Bilder scheinen Traumwelten entsprungen, die gleichermaßen poetisch wie abgründig anmuten. Unterbewusstes zeigt sich und immer wieder ist die Künstlerin die Hauptdarstellerin dieser symbolhaltigen Szenarien, die zwar autobiographische Anteile haben mögen, aber weitaus tiefer in archetypischen Konstellationen und seherischen Sphären gründen.

1984, nach der Scheidung von Manfred Simon, mit dem sie Ende der 1960er-Jahre nach Gunskirchen bei Wels in Österreich gezogen war, vollzog sich in Cornelia Simon-Bachs Werk ein grundlegender Wandel. Sie lebte nun wieder in Wien, wo sie 1986 den Maler Ernst Steiner kennenlernte, mit dem sie bis zu ihrem Lebensende eine enge und intensive Freundschaft und zeitweise auch Arbeitsgemeinschaft verband. Nach einer kurzen Übergangsphase, in der sie, angeregt von Steiners Werken, Mandala-ähnliche Bilder schuf, entstanden abstrakte Arbeiten zunächst auf Leinwand, später dann ausschließlich auf Papier. In einer letzten Schaffensphase entstanden überlebensgroße Masken und Köpfe aus Pappmachee, eine Anknüpfung an ihre gegenständliche Malerei, in der oftmals bleiche Gesichter lemurenhaft im farbigen Umfeld ihrer Bilder auftauchen.

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