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Markusfest

Das Markusfest ist der erste von drei Inselfeiertagen und wird am 25. April gefeiert.

Der Heilige Markus ist bekannt als Verfasser des zeitlich ersten Evangeliums. Er war der Sohn der Maria, in deren Haus in Jerusalem sich die Urgemeinde zu versammeln pflegte. Um 44 begleitete er Paulus und Barnabas nach Antiochia und war auch deren Gehilfe auf der 1. Missionsreise von Antiochia über Zypern nach Kleinasien. Mehr noch als an Paulus schloß sich Markus in Rom dem Petrus an. Zwischen beiden muß ein sehr herzliches Verhältnis bestanden haben, denn Petrus nennt ihn seinen „Sohn“.  Nach der Hinrichtung des Petrus wird überliefert, dass Markus die Kirche in Alexandria gegründet habe und deren erster Bischof gewesen sei, bis er dort nach 66/67 als Märtyrer starb.
828 fanden zwei venezianische Kaufleute die Gebeine in Alexandria, entwendeten und versteckten sie und gelangten in abenteuerlicher und gefahrvoller Seereise nach Venedig. Dort ließ der Doge für die Reliquien eine Kirche, die Vorgängerin des heutigen Markusdomes, errichten.
Reliquien des Evangelisten Markus kamen im Jahr 830 durch Bischof Ratold von Verona, Gründer von Radolfzell, in die damals berühmte und bedeutende Benediktinerabtei Reichenau. Der mit der Reichenau eng verbundene Bischof Ratold schloss in Italien Freundschaft mit einem Venezianer, der ihm Markusreliquien verkaufte. Zu den Abmachungen bei der Übergabe gehörte, dass der Bischof den Namen des Heiligen zu seinen Lebzeiten nicht preisgeben durfte. So gelangten die Markusreliquien unter dem Decknamen des hl. Valens auf die Reichenau. Erst im Laufe der nachfolgenden Jahrzehnte wurde der wahre Name des Heiligen bekannt.
Im 10. Jahrhundert beginnt dann besonders unter Abt Witigowo die öffentliche Verehrung des Evangelisten Markus auf der Reichenau. Unter Abt Berno (1008-1048) wurde das Westwerk des Reichenauer Münsters errichtet und am 24.04.1048, also am Vorabend des Markusfestes, in Anwesenheit von Kaiser Heinrich III., dem hl. Markus geweiht. Die Reliquien des Evangelisten Markus auf der Reichenau waren auch später immer wieder Anziehungspunkt für die deutschen Herrscher des Mittelalters. Kaiser Heinrich V. feierte am 25.04.1121 mit seiner Frau Mathilde das Markusfest auf der Reichenau, Königin Elisabeth, Gemahlin König Albrechts I., stiftete am 16.06.1303 zu Ehren des hl. Markus 40 Mark Silber.
Diese Stiftung ermöglichte höchstwahrscheinlich auch die Herstellung des vergoldeten Markusschreins, der sich noch heute in der Schatzkammer des Münsters befindet. Das Stifterpaar ist auch auf dem Schrein dargestellt. Der Reliquienschrein aus Holz ist in Form eines Hauses mit Walmdach konstruiert und weist damit auf die ewige Wohnstätte hin. Die vier senkrechten Wände sind mit zwölf vergoldeten rechteckigen Silberblechen belegt, aus denen Szenen aus dem Leben Jesu als Relief heraus getrieben und ziseliert wurden.
Auch andere Herrscher interessierten sich bei Besuchen auf der Reichenau für die Markusreliquien. So Karl IV. bei seinem Besuch auf der Reichenau am 20.09.1353 und der junge Kaiser Maximilian I. im Jahr 1492. In einer Bulle von Papst Innocenz VIII. aus dem Jahr 1486 erklärt er, „dass der Leib des hl. Markus wirklich in der Reichenau ruhe und den jüngsten Tag des Gerichts daselbst erwarte“.